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.Solo-Tour im Hunsrück (Oktober 2008)



Mitte September war ich schon mit einem Kumpel in Schottland unterwegs. Wir hatten geplant ca. 10 Tage in der Letterewe Wildernis zu verbringen. Leider mussten wir die Tour schon nach 4 Tagen, wegen Krankheit, abbrechen (Reisebericht zu dem Schottland Trip schreibe ich evtl. auch noch). Nach diesem verkorksten Urlaub entschied ich mich also an diesem Wochenende nochmal eine kleine Tour zu starten.

Seit unserer abgebrochenen Tour im September hat es mir unter den Fingernägeln gegribbelt und ich wollte unbedingt nochmal raus in die Natur ein bisschen wandern gehen. Die Woche über wurde dann gutes Wetter fürs gesamte Wochenende gemeldet mit Temperaturen bis knapp 20 Grad. Da hab ich mich spontan entschlossen was zu starten. Vorallem hatte ich demletzt eine Wanderkarte aus dem Hunsrück in den Fingern, worauf ich gesehen habe, dass genau vor meiner Haustür ein Wanderweg langläuft, der Mosel-Nahe-Weg. Optimal um eine Wanderung zu starten, dacht ich mir. Also Donnerstags schnell bei ein paar Kumpels durchgeklingelt, ob nicht jemand spontan Lust hat sich mir anzuschließen. Leider mussten alle arbeiten oder hatten schon was geplant fürs Wochenende. Naja, dann wirds eben eine Solotour, hab ich mir gedacht.
Bin dann Donnerstag Abend von Wiesbaden in den Hunsrück zu meinen Eltern gefahren und noch am Abend meinen Rucksack gepackt.
Am Freitag morgen wollte ich dann los. Schnell noch ein paar Fressalien eingekauft und eingepackt. Den Ruchsack dann auf die Waage zum Gewicht checken und erstmal durchschnaufen. 11kg und noch keinen Schluck Wasser dabei. Naja was solls, hab auch nicht den leichtesten Schlafsack eingepackt, will ja nicht erfrieren und außerdem sind wir Männer und keine Hampelmänner ;)





1. Tag: 9:00 Uhr Freitag Morgen. Start in Külz/Hunsrück. Geplant ist eine 3-Tages-Tour: Külz - Kastellaun - Baybachtal - Erbachtal - Erbachklamm - Baybachtal - Burg Waldeck - Kastellaun.
So, dann wollen wir ma sehen wo der Mosel-Nahe-Weg denn verläuft. Erstmal den Berg aus dem Külztal zum Külzer Wald hinaufgequält, denn hier soll er schnurstracks durchlaufen. Ich kenne mich in der Gegend sehr gut aus, da ich auch oft hier joggen gehe, aber einen Wanderweg durch mein Revier war mir bis Dato nicht bekannt. Man lernt halt nie aus! Hab ihn dann auch tatsächlich auf Anhieb gefunden. Markiert ist er mit weißen Buchstaben auf Bäumen und Strommasten. Bin dann erstmal dem Waldweg gefolgt Richtung Neuerkirch/Alterkülz, immer mit einem Blick auf die Karte, damit ich nirgends falsch abbiege. Die Wegmarkierungen sind nicht immer deutlich zu sehen.
So laufe ich die ersten Kilometer ganz gemütlich über die Forstwege durch Külzer -, Neuerkircher- und Klosterwald in Richtung Alterkülz, vorbei an der Binnenbergermühle. Als ich dann oberhalb von Alterkülz im Wald ankomme sehe ich auch schon schreckliches. Hier wurden 6 neue Windräder gebaut. Demzufolge gab es hier im Wald sehr gut ausgebaute Pisten. Diese sind so groß, dass man problemlos mit 6 oder 7 Wanderern nebeneinander laufen könnte. Dieser Teil der Strecke ist dann nicht ganz so interessant und so komme ich sehr gut und schnell voran.
An Spesenroth vorbei erreiche ich zur Mittagszeit Kastellaun. Hier habe ich dann im Imbiss vom "Schweini", keine Ahnung wie der Imbiss richtig heißt, einen Cheeseburger mit Pommes verputzt. Gut gestärkt laufe ich über den Marktplatz zum REWE um noch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen, u.a. Corny und Wasser.
Auf der Burg in Kastellaun war ich zwar schon x-Mal, aber ich dachte mir, das gehört dazu und so hab ich mich an den Aufstieg zur Burg gemacht um ein paar Fotos zu schießen.
Mein weiterer Weg führte mich hinter der Burg durch ein Wohngebiet Kastellauns, immer weiter dem Mosel-Nahe-Weg folgend, am "Stadtsee" vorbei und schließlich auf einen geteerten Landwirtschaftsweg. Diesem folge ich bis zu einer Abzweigung, links in Richtung Junkersmühle und Hunsrückhöhenweg, rechts Richtung Beltheim und Baybachtal. Ich also rechts in den Wald hinein und den Berg Richtung Beltheim hoch. Oben angekommen muss ich erstmal eine kleine Pause auf einer Bank machen, ich war total geschwitzt. Es war doch sehr warm, aber dafür trocknete mein T-Shirt sehr schnell. Der weitere Weg durch Beltheim nach Heyeiler verläuft weiter über Feld- und Forstwege, also nichts berauschendes. Gegen 15 Uhr treffe ich dann auf dem Wanderparkplatz bei Heyweiler ein, wo ich mich erstmal auf die Wiese setze und ein kleines Päuschen einlege. Hier überlege ich wie es heute noch weiter gehen soll. Durchs Baybachtal wollte ich heute nicht mehr gehen und mir dies für morgen aufheben. So entschied ich mich runter zur Schmausemühle zu gehen und dort einen Kaffee zu trinken. Von hieraus ging ich das Tal auf der anderen Seite wieder hoch, Richtung Haus Hubertus / Gondershausen, wo ich mir auf der Höhe einen Zeltplatz suchen wollte. Oben suchte ich dann ca. 20min nach einem geeigneten Plätzchen, welches dann zwischen 2 Maisfeldern, gut sichtgeschützt, lag. Schnell mit hungrigem Magen das Zelt aufgebaut und dann sofort den Kocher angeschmissen. Heute Abend gab es Nudeln mit Gulaschsoße. Also ich muss sagen diese Fertigpackungen von Maggi schmecken scheußlich! Als es dann solangsam dunkel wurde packte ich mein Zeug zusammen und kroch ins Zelt in den Schlafsack. Heute Abend schlief ich schon sehr früh gegen 20 Uhr.





2. Tag: Ich habe mir meinen Wecker auf 8:00 Uhr gestellt, welchen ich aber nicht brauchte. Da ich schon so früh geschlafen habe, döste ich nur noch seit ca. 6:00 Uhr in der Früh. Als ich dann aus dem Zelt kroch erwartete mich ein wunderschöner sonnengefluteter Morgen. Mein Zeltplatz war direkt neben einem Hochsitz gelegen, auf welchen ich erstmal kletterte um den Ausblick zu genießen. Von hieraus konnte man über ein Großteil des Baybachtals blicken, über welches noch dicke Nebelschwaden hingen. Hier oben gönnte ich mir erstmal die morgendliche Dusche, sprich Zähneputzen und etwas Deo, bevor ich dann meinen Krempel aus dem Zelt räumte um dieses abzubauen. Vom ganzen Tau war das Außenzelt klatschnass. Zum trocknen wurde dann kurzerhand der Hochsitz umfunktioniert, wo man das Zelt prima dranhängen konnte und ausschütteln. Von meinem Schottland Urlaub hatte ich noch Müsli und Milchpulver übrig, woraus ich dann mein Frühstück mit etwas Frischwasser zubereitete. Nach dem Essen spülte ich den Topf von gestern Abend und den Deckel von heute früh mit dem restlichen Wasser aus. Danach wurde das Zelt zusammengerollt und mit den restlichen Sachen im Rucksack verstaut.
Nun konnte es losgehen, es war bereits schon fast halb 10. Mein erster Weg führte mich wieder zurück ins Tal zur Schmausemühle, wo ich mir noch meine Wasserreserven auffüllen wollte. Die Dame an der Rezeption erklärte mir auf meine Frage, ob ich denn mal eben schnell 2 Liter Leitungswasser haben könnte, dass die Schmausemühle ein eigenes Wasseraufbereitungssystem hat und sie eigentlich kein Wasser an Wanderer rausgeben. Nach kurzer Diskussion durfte ich meinen Wasserbeutel aber doch auf der Toilette füllen, aber nur mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass dies auf eigene Gefahr sein und die Schmausemühle bei evtl. Krankheit keine Haftung übernimmt. Ich füllte meinen Beutel und sah zu, dass ich mich aus dem Staub machte. Von der Schmausemühle aus lief ich dann das Baybachtal, in Richtung Reifenthal, Stromaufwärts. Ich wollte nicht die komplette Strecke bis Reifenthal laufen, sondern hinter der Sonntagsmühle auf den Hunsrückhöhenweg Richtung Buchholz abbiegen. Bis zur Abzweigung brauchte ich nichteinmal eine Stunde. Irgendwie hatte ich mir total verschätzt. Ich hatte mit etwa der doppelten Zeit gerechnet. Naja, das letzte Mal, als ich im Baybachtal unterwegs war ist auch schon ein Weilchen her, um nicht zu sagen mindestens 10 Jahre. Eine größeren Gruppe oder eine Familie mit Kindern braucht für die Strecke bestimmt 1 1/2 bis 2 Stunden, so wie ich es angedacht hatte. Ich begegnete auch auf der gesamten Strecke keiner Menschenseele. Das liegt wohl daran, dass ich genau entgegengesetzt der eigentlichen Wanderrichtung gelaufen bin. Normalerweise steigt man in Reifenthal ins Baybachtal ein und wandert Richtungs Schmausemühle. So war an diesem Samstag Morgen noch niemand so weit gekommen, dass wir uns hätten treffen können.
Aus dem Baybachtal führt ein breiter Forstweg den Hang nach Gondershausen hinauf. Hier folgte ich dem Hunsrückhöhenweg bis ins Erbachtal. Dort verlies ich selbigen wieder und wanderte in Richtung Erbachklamm. Mein Mittagsziel sollte die Daubsbergermühle sein, wo ich auch Mittagessen wollte. Die Mühle ähnelt eher einem Biergarten, wo man etwas zu trinken bekommt und seins eigenes, mitgebrachtes Essen verzehrt. Natürlich gibt es hier auch ein paar Kleinigkeiten, welche mich aber alle nicht wirklich ansprachen. So kaufte ich mir nur ein Radler und genoss die Mittagssonne. Im Baybachtal war ich noch komplett alleine Unterwegs, im Erbachtal sah das ganz anders aus. Hier war sozusagen die Hölle los. Familien und kleine Gruppen tummelten sich an der Mühle. Nach der kurzen Pause machte ich mich auch auf den Weg in die Klamm, welche als solche nicht sonderlich lang ist, etwa 3-4km. Ich muss ehrlich sagen, dass mir die Erbachklamm um einiges mehr gefällt, als das Baybachtal. Hier gibt es mehr Passagen zum klettern und wo man an den Felsen am Rande des Bachlaufes entlang geht. Ich überhole sehr viele Gruppen und Familien, mit welchen ich oft ins Gespräch komme. Viele haben mich wegen meines großen Rucksacks angesprochen, was ich denn so alles mit mir herumschleppen würde. Als ich ihnen erklärte, dass ich mit Zelt und allem was dazu gehört unterwegs bin, fanden das viele sehr toll und wünschten mir viel Spaß auf meinem weitern Weg.
Wie ich schon sagte, ist die Erbachklamm nicht sonderlich lang, so konnte ich auch das ausgelassene Mittagessen verkraften, denn nach nur ca. einer Stunde kam ich schon an die nächste Mühle. In der Eckmühle gabs dann Pommes und mal wieder ein Radler. Ich schaute nochmal kurz auf die Karte und entschied mich, heute noch die komplette Strecke bis zur Burg Waldeck zu laufen, was noch etwa 10-12km bedeutete.
Am frühen Nachmittag machte ich mich wieder auf den Weg, raus aus dem Erbachtal hoch nach Beulich und von dort an wieder zurück ins Baybachtal. Der Weg war auch soweit gut erkennbar bzw. ausgeschildert. Nur hinter Beulich ist mir dann ein Missgeschick passiert. Ich weißt nicht, ob ich irgendwo eine Abzweigung verpasst habe, weil ich sie nicht gesehen habe oder ob sie evtl. zugewuchert ist, was ich mir aber nicht vorstellen kann. Ich merkte nach einiger Zeit, dass ich auf einem falschen Weg bin, da es irgendwie im Kreis ging. Als ich aus dem Waldstück kam und von weiten die Kirche von Beulich sehen konnte wusste ich auch bescheid, dass ich im Kreis gegangen bin. Auf der Karte war auch keine Abzweigung oder dergleichen eingezeichnet. Naja, also nochmal ein Stück zurück. Aber ich habe die gesuchte Abzweigung nicht gefunden, so bin ich dann irgendwann querfeldein durch den Wald gestiefelt ungefähr in die Richtung der Gastemühle. Anfangs war dies auch kein Problem, bis es doch einen sehr steilen Hang runter ins Tal ging, auf dem ich mehr gerutscht bin als das ich dort einen kontrollierten Abstieg hatte. Froh unten angekommen zu sein sah ich auch schon sofort den von mir gesuchten Weg. Ich folgte ihm ein Stück bis ich zur Gastemühle gelang. Von hier aus ging es wieder durch das Baybachtal in Richtung Schmausemühle. Der Weg auf dieser Seite der Schmausemühle verlief nich ganz so specktakulär, aber er war ok. Es waren ein paar Passagen dabei, die den Wildnischarakter ansatzweise besaßen. Es sind ungefähr 4-5km von der Gastemühle bis zur Abzweigung zur Burg Waldeck. Für mich bedeutete dies der letzte Aufstieg aus dem Baybachtal für heute. Oben angekommen war ich völlig aus der Puste und musste erstmal nochmal eine kleine Rast einlegen bevor ich mir die Burgruine anschaute.
Bei dieser Rast kam ich auch zu dem Entschluss, nachdem ich nochmal die Karte studierte, dass ich meine Tour hier heute beenden werde. Geplant war, dass ich heute auf der Burg Waldeck mein Zelt aufschlagen wollte und morgen dann den Hunsrückhöhenweg zurück nach Kastellaun laufen würde, was etwa 2 Stunden waren. Aber ich entschied mich von meinem Vater abholen zu lassen. Mein Bett und eine heiße Duschen verlangten nach mir und da es nur ein paar Kilometer zu mir nach Hause sind, war die Verlockung zu groß. Auch ist die nächste Etappe bis Kastellaun wohl auch eher uninteressant, da sie über Feld-, Forst- und Teerwege verläuft und nicht wie am heutigen Tag über interessante Pfädchen.





Ich hatte 2 wunderschöne Tage im Hunsrück erlebt und habe gemerkt, dass man nicht immer tausende Kilometer reisen muss, sondern es zu Hause auch sehr schön sein kann. Für das nächste Jahr habe ich mir fest vorgenommen noch ein paar kurze Touren in meiner Heimatregion zu unternehmen, denn auch hier gibt es viel zu entdecken.


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